ANNIE HEGER Sängerin, Schauspielerin, Tänzerin, Moderatorin & Unternehmerin

Annie Heger

Ein Tausendsassa im besten Wortsinn - Ihr zu entgehen ist unmöglich: Sängerin, Schauspielerin, Tänzerin, Moderatorin und Unternehmerin.


War es Mut, Leichtsinn oder Größenwahn?
In Aurich (Ostfriesland) geboren, in Spetzerfehn sozialisiert worden und in Oldenburg zur Schule gegangen, entsponn sich der Traum die “Liza Minelli aus Ostfriesland” zu werden.
Diesem Kleinmädchentraum bin ich mit 16 auch ein Stück näher gekommen, indem ich für ein Jahr in die USA ging. In dem Land zu leben, wo Entertainment, Show und Musicals ihren Ursprung haben, hat mich stark geprägt.

Mit 17 rockte ich durch die Clubs mit Jungs, die 30 Jahre älter waren als ich und nach dem Abitur befolgte ich den Rat meines Vaters: „Kind, lern was Vernünftiges. Studier Musik, sonst wirst du nicht glücklich.“ Er wusste, wovon er sprach, denn schließlich macht er nichts anderes. Ich bin ganz selbstverständlich damit aufgewachsen, dass Musik und Schauspiel richtige Berufe sind.

Ich begonn also ein Studium der Musik und evangelischen Religion auf Lehramt. Uff. Das Studium hat mir gefallen, aber ich wollte nicht Musik unterrichten, sondern Musik machen, ich war kreuzunglücklich.

Und wie so oft in meinem Leben öffnete mir jemand eine Tür im richtigen Moment: Das Angebot einer Regieassistenz am Oldenburgischen Staatstheater, das voller Verzweiflung jemanden auf Empfehlung anrief, der keinerlei Ahnung hatte. Ich sagte “Ja!”. Das Wasser, in das ich da 2003 am Theater gesprungen bin, war extrem kalt. Vieles ging schief, manches lief gut, ich bin an der Aufgabe nicht zerbrochen und ein bisschen daran gewachsen. Es folgten weitere Regieassistenzen. Doch den Weg zur Bühne hatte ich immer noch nicht gefunden.

Mit großem Zuspruch und Unterstützung machte ich die Aufnahmeprüfung an einer Musicalschule, bestand und begann Ausbildung. Mein Körper war schwach und ich habe diese Belastung weder körperlich noch seelisch durchgehalten. Ich hatte zu dem Zeitpunkt meinen Diabetes und all das, was er mit sich bringt, nicht akzeptiert. Heute ist es anders und der Grund, warum mein Leben so voll und schnell ist, ist weil ich weiß, dass ich Kunst machen muss, solange meine Beine mich tragen. Da bin ich ganz praktisch veranlagt. Vielleicht würde ich mir sonst für die Dinge mehr Zeit nehmen.

Ich hatte also immernoch keinen Berufsabschluss, das war verunsichernd. „Aber du kannst doch schon ganz viel“, hat Papa dann immer mutmachend gesagt. Es folgten elende Versuche einer Ausbildung zur Diätassistentin und wahnwitzige Ideen einer eventuellen Lehre zur Mediengestalterin, die in einer Heilpraktiker-Prüfung gipfelten, die letztendlich erfolgreich abgeschlossen wurde. Und all das nur, um dann doch schließlich wieder das zu machen, wofür mein Herz schlägt – Kunst.

Ich mache immer das, wo der Zufall mich gerade hinstellt. Ich denke vor Entscheidungen nicht lange nach, das hat mich oft in Schwierigkeiten gebracht, denn das ist nicht so leicht, wie es sich liest. So landete ich 2008 auf einmal bei einem Vortanzen für ein Musical am Staatstheater, war dort eine fantastische Blenderin und verdammt… ich bekam den Job. Es war höllisch anstrengend. Dort traf ich aber Mary und Tina, wir gründeten 2010 kurzerhand  „Sweet Sugar Swing“ und sind jetzt bereits 4 Jahre, 3 Programme und 2 Alben lang zusammen auf Tour. Mit meinem Leichtsinn landete ich sogar im ElektroPop, bei der Band „Zuperfly“, mit der ich die Hymne „Around the world“ für 30 Jahre Hamburg Pride interpretierte und eine Verbundenheit zum Frontmann Chris Fleig bis heute besteht. Ach.. und unterrichtet habe ich auch auf einmal. Die, die doch nichts Vernünftiges gelernt hat, gibt ihr Halbwissen weiter. Aber ich hatte überraschenderweise etwas zu sagen und an andere weiterzugeben. Manchmal bin ich selbst überrascht, was man alles schaffen kann.

Wir schrieben das Jahr 2011. Der Kontakt zu den Bühnen in Oldenburg ist stark und ich tingel über eben diese. Das Staatstheater ist mir wohlgesonnen, das Standbein der Moderation mit Classic meets Pop, CSDs und Galas wird immer fester, hier und da kleine Rollen. Cornelia Ehlers, damals Dramaturgin der Sparte des Niederdeutschen Schauspiels am Staatstheater rief mich an und sagte, sie hätten DIE Idee. Annie Heger als Mephisto im Goetheschen Faust…UP PLATT. Bäm. Ich sagte „Ja!“.

Wir steuern auf 2015 zu – Das Theater hat mich fest im Griff. Und jetzt schreibt die Presse tatsächlich: „Annie Heger zu entgehen ist fast unmöglich.“und Hanne Klöver vom NDR sagt: „Frauenpower, Witz und Charme, darin ist Annie Heger stark. Da können ihr nicht viele Kolleginnen die Hand reichen.“ Und all das ohne Abschluss, aber wie war das noch mit dem Größenwahn? Vielleicht krieg ich ja noch einen Ehrendoktor verliehen…

Und dann hat sich eine Welle losgetreten. 2013 Dramaturgin PLATTart-Festival und ein Solomusikkabarettprogramm up platt, sogar mit 2 Gastspielen im ehrwürdigen Ohnsorg. Ab 2014 künstlerische Leiterin PLATTart-Festival, neben beispielsweise Yared Dibaba und Ina Müller jüngste Stimme der Kult- und Traditionssendung „Hör mal‘ beten to!“, die werktäglich auf NDR 1 gesendet wird und als Krönung WATT’N SKANDAAL! – Die platte Platte. Hier erhältlich >>

Im Herbst 2015 habe ich dann beim Quickbornverlag das Kolumnenbuch „Dat harr blond so eenfach ween kunnt!“ veröffentlicht.

Das Programm, das Buch und die Platte sind eine Hommage an meine Familie, Ostfriesland, die Fehntjer, die unglaublich melancholisch sind und Witze machen, die so platt sind wie das Land.

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